Laika Verlag

 

Laika Verlag

Filmvorführung »Rom offene Stadt« und Gespräch mit Luciana Castellina und Margarethe von Trotta. Einführung Gabriella Angheleddu

Metropolis, Kleine Theaterstraße 10, Hamburg
16. September 2016
17 Uhr

Filmvorführung »Rom, offene Stadt«
Freitag, 16. September
Metropolis, 17 Uhr
Kleine Theaterstraße 10

Mit einer Einführung in den Film von Gabriella Angheleddu. Danach sprechen Luciana Castellina, führende Persönlichkeit der italienischen Linken und Autorin des Buches »Die Entdeckung der Welt«, und die Regisseurin Margarethe von Trotta über »Rom, offene Stadt«.

Luciana Castelliina   Margarethe von Trotta    Gabriella Angheleddu

Luciana Castellina    Vortrag   Rom offene StadtRom offene Stadt   Rom offene Stadt 

Gedreht 1945, spielt die Handlung von »Rom, offene Stadt« in dem noch von den Deutschen okkupierten Rom zwischen August 1943 und Juni 1944. Rossellinis Werk gilt als Auftakt des Neorealismus und Meilenstein in der italienischen Filmgeschichte. Am 24. September 1945 in Italien uraufgeführt, wurde die Freigabe zur öffentlichen Vorführung in Deutschland von 1950 – als der erste Antrag bei der FSK gestellt wurde – bis 1960 verweigert, weil »völkerverhetzende Wirkungen« befürchtet wurden. Erst Anfang 1961 durfte man Rossellinis Meisterwerk auch in Deutschland sehen – allerdings nur in einer synchronisierten Fassung, die in Schnitt und Übersetzung von der Originalfassung abweicht. Dabei zeigt Rossellini in seinem Film, neben einer keineswegs übertriebenen Darstellung der Grausamkeit der deutschen Besatzungsmacht und ihrer faschistischen Helfershelfer, jene politischen Kräfte in der italienischen Gesellschaft, die ein neues demokratisches Italien aufbauen konnten. Symbolfilm des Widerstands und des Aufbruchs nach dem Faschismus, wurde »Rom, offene Stadt« 2013 restauriert und kann heute in der Integralfassung mit englischen UT gesehen werden.

Luciana Castellina wurde 1929 geboren,  ist Journalistin, Schriftstellerin, aber vor allem Politikerin und seit den 1960er-Jahren eine der führenden Persönlichkeiten der italienischen Linken. Sie lebte damals in der »offenen Stadt« und hat über diese Zeit das autobiografisches Buch »Die Entdeckung der Welt« geschrieben, das von jenem Aufbruch der italienischen und europäischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt. Eine Lebensgeschichte, die dazu zwingt, darüber zu reflektieren, warum dieser Aufbruch gescheitert ist. Sie wird mit der bekannten Regisseurin Margarethe von Trotta vor diesem Hintergrund über den Film sprechen.

Die Diskussion wird anschließend mit Luciana Castellina, Margarethe von Trotta sowie der Theaterregisseurin Angela Richter, Mitglied der Bewegung DIEM 25, und der langjährigen Italien-Korrespondentin für Spiegel, Stern und ZDF Birgit M. Kraatz im Polittbüro weitergeführt. Dort wird die Schauspielerin Alina Manoukian auch aus Castellinas Buch lesen.

Eine Veranstaltung des Laika Verlags und des Metropolis in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut Hamburg und teorema e. V.

Fotos: Luciana Castellina ©Daniele Segre; Gabriella Angheleddu ©LAIKA-Verlag, Filmstills