Laika Verlag

 

Laika Verlag

Fabien Kunz-Vitali zu Pier Paolo Pasolini: Vom Verschwinden der Glühwürmchen

Band 7:
ISBN
978-3-944233-43-7
Erscheint März 2015
Preis
9,90 €
104 Seiten

Pasolinis Schriften zu Politik und Gesellschaft zählen zu den Höhepunkten der italienischen Literatur. Sie sind bekannt für ihre scharfsinnige Analyse der Situation Italiens rund um die »zweite industrielle Revolution«.

Voraussetzung dafür war Pasolinis immer wieder gegen die kommunistische Partei Italiens geltend gemachtes Bekenntnis zum Marxismus als einziger Lösung »nicht nur für die Gesellschaft , sondern für den Menschen schlechthin«. Viele der in seiner Kritikobsessiv wiederkehrenden kritischen Begriffe – »Scheintoleranz«, »hedonistischer Faschismus«, »kulturelle Gleichschaltung« – werden 40 Jahre nach seinem Tod gerne als prophetische Vorwegnahmen der heutigen Situation gelesen. Zu Recht? Anhand einer Auswahl von Texten aus dem Jahr 1975 erörtert der Literaturwissenschaftler Fabien Kunz-Vitali die Aktualität von Pasolinis Gedanken und zeigt, warum dessen Appelle an die italienische Gesellschaft über ihre historische und literarische Relevanz hinaus auch heute noch von gesellschaftspolitischer Bedeutung sind.

 

Fabien Kunz-Vitali, geboren 1978 in der Schweiz, studierte Romanistik an den Universitäten Basel, Genf und Pisa. Er promovierte an der Scuola Normale Superiore di Pisa mit einer Arbeit zum literaturkritischen Nachlass von Giuseppe Tomasi di Lampedusa. 2010/11 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Italianistik der LMU München, seit 2011 ist er am Institut für Romanistik der Universität Hamburg als wissenschaftlicher Mitarbeiter für italienische und französische Literaturwissenschaft tätig. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift für Italianistik Lettere aperte sowie der italienischen Zeitschrift für vergleichende Literaturwissenschaft Mimesis.

Pressestimmen

»[Fabien Kunz-Vitali hat] ein kleines, aber feines Büchlein veröffentlicht, welches unter dem Titel Pier Paolo Pasolini: Vom Verschwinden der Glühwürmchen eine Anthologie von vier zentralen journalistischen Texten darstellt, die allesamt aus Pasolinis letztem Lebensjahr (1975) stammen. Dabei ist ›Pasolinis letztes Interview‹ (›Wir sind alle in Gefahr‹) eine Erstübersetzung ins Deutsche durch Kunz-Vitali. Er stellt den Texten Pasolinis ein Vorwort voran, das ihn als aufmerksamen Rezipienten Gallis ausweist. Auch Kunz-Vitali plädiert dafür, den ›furor philologicus‹ in Bezug auf Pasolini zu relativieren und sich wieder neu auf das zu konzentrieren, was diesen Autor auszeichne: ›sein radikal kritisches Denken, das sich noch im künstlerisch ausgefeiltesten seiner Werke nachvollziehen lässt‹. Dabei habe Pasolini nicht einfach nur einen gepflegten Geschichtspessimismus kultiviert, sondern diesen stets mit Zukunftsperspektiven kombiniert. […] Kunz-Vitali macht nachhaltig darauf aufmerksam, dass die Widersprüchlichkeit gerade für eine Position der Radikalität (und um diese geht es Kunz-Vitali) unentbehrlich sei.«

Angela Oster, Italienisch – Zeitschrift für italienische Sprache und Literatur

 

»Wie sehr Pasolinis Skeptizismus einer durchaus wehrhaften Desillusionierung Platz machte, wird in einem seiner berühmtesten Texte ›Vom Verschwinden der Glühwürmchen‹ deutlich, den der Laika- Verlag u.a. zusammen mit dem gespenstischen letzen Interview Pasolinis am Vortag seiner Ermordung veröffentlichte. Neueinsteigern ist dieses schmale Bändchen gerade auch wegen der einleitenden Worte zu empfehlen, die Fabien Kunz-Vitali gefunden hat. Wunderbar plastisch wird hier von den Widerständen und Verwerfungen gesprochen, mit denen Pasolini in sich und in seiner Zeit zu kämpfen hatte.«

Thomas Koppenhagen, Luxemburger Tageblatt

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"Ohne Meinungen und Ziele kann man gar nichts darstellen. Ohne Wissen kann man nichts zeigen; wie könnte man wissen, was wissenswert wäre? Wenn der Schauspieler sich nicht damit begnügt, ein Papagei oder ein Affe zu sein, muss er sich das Wissen unserer Zeit über das menschliche Gesellschaftsleben aneignen, indem er selbst in den Kampf der Klassen eintritt. Manche mögen das als entwürdigend empfinden, weil sie die Kunst, wenn die Geldseite erledigt ist, zu den höchsten Dingen zählen; aber die höchsten Entscheidungen der Menschheit werden in Wirklichkeit auf der Erde ausgefochten, nicht im Himmel; in der "äußeren" Welt, nicht in den Köpfen der Menschen. Niemand kann über den kämpfenden Klassen stehen, denn niemand kann über der menschlichen Rasse stehen. Die Gesellschaft kann kein gemeinsames Kommunikationssystem teilen, solange sie in sich bekämpfende Klassen gespalten ist. Für die Kunst bedeutet "unpolitisch" zu sein also nur, sich mit der "herrschenden" Gruppe zu verbünden."

Berthold Brecht - A Short Organum for the Theatre

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

 

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