Laika Verlag

 

Laika Verlag

Willkommen in interessanten Zeiten

Band 3:
ISBN
978-3-942281-93-5
Erschienen Oktober 2011
Preis
14,90 €
96 Seiten

Dort, wo soziale Konflikte nicht gelöst werden können, sind sie, laut Žižek, »falsche« Konflikte, Konflikte, deren Koordinaten bestimmt sind von einer ideologischen Mystifikation. Diese Mystifikation kann der bürgerliche Eigentumsbegriff sein und der »freie Markt«. Das Problem der Armut ließe sich so nicht lösen. Hier müssen wir für einen kommunistischen Kampf mobilisieren.

Das Ändern der Koordinaten kann bedeuten, sich auf eine andere soziale Ordnung zu beziehen. Kommunismus als Bewegung sollte gegen diese Sackgassen intervenieren, in die das bürgerliche System die Menschen strukturell hineinprügelt. Seine erste Geste sollte sein, das Problem zu redefinieren und die Art zurückzuweisen, in der das Problem im öffentlichen Raum dargestellt wird.

Als Beispiel nennt Žižek den Konflikt zwischen Israel und Palästina, von dem heute gesagt wird, er sei ein Kampf zwischen den westlichen säkularen Demokratien und dem muslimischen Fundamentalismus. Wenn das Problem in diesen Kategorien gestellt und begriffen wird, kann es nicht gelöst werden; wir sind dann in einer Sackgasse. Die kommunistische Herangehensweise wäre die, diese Begriffe zurückzuweisen und einen aktuellen dritten Weg zu definieren. Žižek richtet sich gegen das Diktat der herrschenden Leitkultur, die eben auch nur zu einer Politik für die Herrschenden führen kann.

 

Slavoj_ZizekSlavoj Žižek, 1949 in Ljubljana geboren, ist Soziologe, Philosoph, nicht-praktizierender Psychoanalytiker und Kunstkritiker. Von 1981 bis 1985 studierte er an der Universität Paris VIII bei Jacques-Alain Miller, einem Schüler des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan. Žižek lehrt an der Universität in Ljubljana/Slowenien und ist derzeit International Director des Birkbeck-Institute for the Humanities an der Universität in London.

Bekannt wurde Žižek durch seine einflussreiche Übertragung und Weiterentwicklung der Psychoanalyse Jacques Lacans in das Feld der Populärkultur und der Gesellschaftskritik. Er selbst bezeichnet sich als »altmodischen Marxisten« und »Linksradikalen«. Zu seinen Themen gehören der Deutsche Idealismus, Hegel, Marx, der Poststrukturalismus, die Medientheorie, der Feminismus und die Cultural Studies.

Žižek gilt als einer der bedeutendsten Intellektuellen der Linken. Der New Statesman sprach Žižek nach dem Tod von Jacques Derrida 2004 und Jean Baudrillard 2007 die Rolle des weltweit prominentesten Philosophen und Kulturtheoretikers zu. Für den Literaturtheoretiker Terry Eagleton ist er einer der brillantesten europäischen Vertreter der Psychoanalyse und der Kulturtheorie im Allgemeinen; und der New Yorker würdigte ihn als einen Kritiker von großer Kühnheit.

Pressestimmen

»Der Pessimist Žižek setzt sich für eine Neuerfindung des Kommunismus ein – und geht dabei mit der Politik der Linken hart ins Gericht. So schreibt Slavoj Žižek hinsichtlich der Krise Griechenlands und des Umgang der Linken mit dieser Krise:

„Die Geschichte der Linken bezeugt wieder einmal die Misere der heutigen Linken: Ihre Proteste besitzen keine positiven programmatischen Inhalte, nur eine verallgemeinerte Ablehnung, den bestehenden Sozialismus zu kompromittieren.“ Die Linken, so Žižek, hätten eben keine radikalen Alternativen entwickelt, um der heutigen Krise des Kapitalismus erfolgreich begegnen zu können. Man sollte in Žižeks Büchern aber auch keine Lösungen für die Krisen unserer Zeit erwarten. Viel mehr bieten sie mal waghalsige, mal wagemutige Gedankenspiele. Žižeks Bücher sind nicht etwa ein Manifest für einen neuen Kommunismus, sondern ein Manifest für die Eigenwilligkeit des Denkens.«
Ingo Petz, Deutschlandfunk, »Andruck«

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"Ohne Meinungen und Ziele kann man gar nichts darstellen. Ohne Wissen kann man nichts zeigen; wie könnte man wissen, was wissenswert wäre? Wenn der Schauspieler sich nicht damit begnügt, ein Papagei oder ein Affe zu sein, muss er sich das Wissen unserer Zeit über das menschliche Gesellschaftsleben aneignen, indem er selbst in den Kampf der Klassen eintritt. Manche mögen das als entwürdigend empfinden, weil sie die Kunst, wenn die Geldseite erledigt ist, zu den höchsten Dingen zählen; aber die höchsten Entscheidungen der Menschheit werden in Wirklichkeit auf der Erde ausgefochten, nicht im Himmel; in der "äußeren" Welt, nicht in den Köpfen der Menschen. Niemand kann über den kämpfenden Klassen stehen, denn niemand kann über der menschlichen Rasse stehen. Die Gesellschaft kann kein gemeinsames Kommunikationssystem teilen, solange sie in sich bekämpfende Klassen gespalten ist. Für die Kunst bedeutet "unpolitisch" zu sein also nur, sich mit der "herrschenden" Gruppe zu verbünden."

Berthold Brecht - A Short Organum for the Theatre

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