Laika Verlag

 

Laika Verlag

Das globalisierte Wertgesetz

Band 16:
ISBN
978-3-942281-21-8
Erschienen März 2012
Preis
14,90 €
136 Seiten

Als eine der notwendigen Konsequenzen aus dem Zusammenbruch des Finanzsystems von 2008 schlägt Samir Amin eine Annäherung an die Marxsche Analyse vor. Da Marx keine Erklärung für die beharrliche »Unterentwicklung« der Länder des »globalen Südens« zur Verfügung stellen konnte, entwickelt Samir Amin wichtige theoretische Vorstellungen, mit denen die Marxschen Analysen über die innere Logik des Kapitalismus erweitert werden können.

In dieser grundlegend überarbeiteten und erweiterten Neuausgabe von The Law of Value and Historical Materialism (1978) stellt Samir Amin neue Ansätze zur marxistischen Analyse der – sich seit 2008 verschärfenden – Krise des »Spätkapitalismus der verallgemeinerten, finanzialisierten und globalisierten Oligopole« vor.

Auf der Suche nach einer Erklärung für die fortwährende »Unterentwicklung« der Länder des globalen Südens führt Amin theoretische Konzepte ein, die die gängigen marxistischen Sichtweisen auf die kapitalistische Entwicklung erweitern. Zentral ist sein Konzept der »imperialistischen Rente«, die zum einen aus den gewaltigen Lohnunterschieden zwischen Nord und Süd für gleiche Arbeit resultiert und zum anderen – und hier wird ihre ökologische Dimension deutlich – aus dem ungleichen Zugang zu den natürlichen Ressourcen des Planeten.

Um diesem neuen Typ von Rente Rechnung zu tragen, erweitert Amin das Marxsche Wertgesetz zum »globalisierten Wertgesetz«, das auch Faktoren wie Monopolmacht und ungleichen Tausch berücksichtigt. Dieses kann als die heutige historisch-spezifische Ausprägung des Wertgesetzes aufgefasst werden.

»Die völlige Katastrophe, die der Kapitalismus in seiner Phase des globalen Oligopol-Finanzkapitals für den Planeten bedeutet, wird in Amins Analyse glasklar herausgearbeitet.« (John Bellamy Foster)

 

samir amin

Samir Amin, 1931 in Kairo geboren, promovierte 1957 in Paris in Ökonomie. Seine anschließende Tätigkeit in der staatlichen Planungsbehörde in Ägypten musste er nach drei Jahren aufgrund der Kommunistenverfolgung unter Staats- präsident Nasser beenden. Von 1960 bis 1963 arbeitete er für das Planungsministerium im gerade unabhängig gewordenen Mali. Danach ging er ans African Institute for Economic Development and Planning in Dakar, dessen Direktor er 1970 wurde; zugleich war er Professor an den Universitäten Dakar und Paris-Vincennes. Seit 1980 leitet er das Third World Forum in Dakar. Gegenwärtig ist er zudem Präsident des World Forum for Alternatives.

Amin ist einer der einflussreichsten Intellektuellen des globalen Südens und vertritt den Ansatz einer autozentrierten Entwicklung. Er hat mehr als fünfzig Bücher verfasst, von denen viele in mehrere Sprachen übersetzt wurden. In deutscher Übersetzung erschienen bislang Die ungleiche Entwicklung. Essay über die Gesellschaftsformationen des peripheren Kapitalismus (1975), Das Reich des Chaos. Der neue Vormarsch der Ersten Welt (1992), Die Zukunft des Weltsystems. Herausforderungen der Globalisierung (2002) und Für ein nicht-amerikanisches 21. Jahrhundert (2003).