Laika Verlag

 

Laika Verlag

Panteon Militar

Band 9:
ISBN
978-3-942281-78-2
Erschienen zur Buchmesse Frankfurt 2010, Gastland Argentinien
Preis
19,90 €
144 Seiten

Auf dem Panteón Militar, dem Militärfriedhof von Buenos Aires, sind vor allem Massenmörder begraben, Generäle und Offiziere des Krieges gegen die eigene Bevölkerung. Die argentinische Militärdiktatur ermordete mehr als 30.000 Menschen innerhalb von sieben Jahren, auch vierzig deutsche Staatsbürger.

Der Massenmord in Argentinien stellte für die deutsche Regierung kein drängendes Problem dar. Bundeskanzler Helmut Schmidt und Außenminister Hans-Dietrich Genscher waren bereits im Frühjahr 1976 über den bevorstehenden Militärputsch informiert worden und sahen in dem neuen Regime einen idealen Wirtschaftspartner, insbesondere für deutsche Rüstungskonzerne wie Thyssen, Blohm + Voss, Krauss-Maffei oder Heckler & Koch. Nachdem die USA ein Rüstungsembargo gegen Argentinien verhängt hatten, war die BRD 1977 der größte Waffenlieferant der terroristischen Diktatur.

So verwundert es kaum, dass das Personal der deutschen Botschaft in Buenos Aires enge persönliche Beziehungen zur Militärjunta unterhielt. Am Wochenende ging der deutsche Botschafter Kastl mit Admiral Massera Tennis spielen, das Sicherheitspersonal der Botschaft rekrutierte sich zum Teil aus der Todesschwadron AAA.

Der ehemalige Analytiker der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der DDR, Klaus Eichner, über die Waffenexporte nach Argentinien und die jahrelange Operation Condor von Geheimdiensten und Sicherheitskräften aus Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien zur weltweiten Verfolgung von SystemgegnerInnen; der Sohn des ermordeten chilenischen Außenministers Orlando Letelier über die Ermordung seines Vaters; Gaby Weber über die Verschwundenen bei Mercedes Benz  – in diesem neunten Band der Bibliothek des Widerstands.

 

Diesem Band liegt ein FIlm bei:

Panteón Militar
D/ARG 1991, 90 min. Regie: Wolfgang Landgraeber

Solidarität mit #allesdichtmachen

"Ohne Meinungen und Ziele kann man gar nichts darstellen. Ohne Wissen kann man nichts zeigen; wie könnte man wissen, was wissenswert wäre? Wenn der Schauspieler sich nicht damit begnügt, ein Papagei oder ein Affe zu sein, muss er sich das Wissen unserer Zeit über das menschliche Gesellschaftsleben aneignen, indem er selbst in den Kampf der Klassen eintritt. Manche mögen das als entwürdigend empfinden, weil sie die Kunst, wenn die Geldseite erledigt ist, zu den höchsten Dingen zählen; aber die höchsten Entscheidungen der Menschheit werden in Wirklichkeit auf der Erde ausgefochten, nicht im Himmel; in der "äußeren" Welt, nicht in den Köpfen der Menschen. Niemand kann über den kämpfenden Klassen stehen, denn niemand kann über der menschlichen Rasse stehen. Die Gesellschaft kann kein gemeinsames Kommunikationssystem teilen, solange sie in sich bekämpfende Klassen gespalten ist. Für die Kunst bedeutet "unpolitisch" zu sein also nur, sich mit der "herrschenden" Gruppe zu verbünden."

Berthold Brecht - A Short Organum for the Theatre

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

 

#allesdichtmachen