Laika Verlag

 

Laika Verlag

2. Juni 1967

Band 1:
ISBN
978-3-942281-70-6
Erschienen März 2010
Preis
24,90 €
104 Seiten

»Krumme Straße, Westberlin, am 2. Juni 1967: Um 20:30 Uhr zielt der Kriminalbeamte Karl-Heinz Kurras, Abteilung I Staatsschutz, aus weniger als einem Meter Entfernung auf den Hinterkopf des 27- jährigen Studenten Benno Ohnesorg und drückt ab. Die Kugel aus der Walther PPK 7.65 tötet Benno Ohnesorg – sie trifft gleichzeitig in die Köpfe der gesamten außerparlamentarischen Opposition.« Aus dem Vorwort der HerausgeberInnen

Während für die Rebellierenden der Schah von Persien ein Folterkaiser und ein Ausbeuter des iranischen Volkes war, war er für die politische und gesellschaftliche Elite der BRD ein willkommener Bündnispartner. Ohnesorg ist der erste Tote der außerparlamentarischen Opposition, die sich seit Mitte der Sechziger Jahre gegen die Nachkriegsordnung der Bundesrepublik Deutschland aufgebaut hat.

Hinter den Polizisten Karl-Heinz Kurras stellt sich der größte Teil der politischen Elite, die Springer-Medien sowie Polizei und Justiz. Sie können sich der Zustimmung eines erheblichen Teils der Bevölkerung der BRD sicher sein. Für die außerparlamentarische Bewegung zeigt dies die   gewaltbereite Seite des restaurierten kapitalistischen Staates, der außenpolitisch die Völkermordstrategie der USA in Vietnam ebenso unterstützte wie den Kampf gegen die antikolonialen Befreiungsbewegungen in der sogenannten Dritten Welt. Der 2. Juni 1967 gehört zu den Schlüsselereignissen einer ganzen Generation. Der Tod von Ohnesorg löste bei vielen eine Erschütterung aus, die zu einer neuen Politisierung führte.

Am Abend des 21. Mai 2009 berichtet das heute-journal, dass Karl-Heinz Kurras IM der Stasi war. Uwe Soukup konfrontierte Kurras bereits am Morgen dieses Tages mit der bevorstehenden Enthüllung. Soukups Analyse des 2. Juni 1967 – in diesem ersten Band der Bibliothek des Widerstands. Außerdem: Zehn Jahre nach dem 2. Juni 1967 blickte der Sozialforscher Karl Heinz Roth auf den Tod Benno Ohnesorgs zurück – ein historisches Dokument neu aufgelegt; „Mein 2. Juni“ - Karl-Heinz Dellwo erinnert sich, wie die Nachricht von den Schüssen auf Ohnesorg ihn als 15-Jährigen in der saarländischen Provinz erreichte.

 

Diesem Band liegen 4 Filme bei:

2. Juni 1967
BRD 1967, 50 min. Regie: Thomas Giefer, Hans-Rüdiger Minow

Der Polizeistaatsbesuch
BRD 1967, 56 min.  Regie: Roman Brodmann

Aktuelle Kamera
DDR 3. Juni 1967 bis 9. Juli 1967, 17 min.

Sender Freies Berlin
32 min.

Mit Texten von
Uwe Soukup, Karl Heinz Roth und Karl-Heinz Dellwo
Pressestimmen

»Den Anfang der Reihe machte die DVD »Der 2. Juni 1967«, in welcher die Filme »2. Juni 1967« und »Der Polizeistaatsbesuch« sowie Mitschnitte der Berichterstattung über den Mord an Benno Ohnesorg aus der DDR-Nachrichtensendung »Aktuelle Kamera« und vom SFB zu sehen sind. Mehr..«
Reinhard Jellen, junge Welt

Solidarität mit #allesdichtmachen

"Ohne Meinungen und Ziele kann man gar nichts darstellen. Ohne Wissen kann man nichts zeigen; wie könnte man wissen, was wissenswert wäre? Wenn der Schauspieler sich nicht damit begnügt, ein Papagei oder ein Affe zu sein, muss er sich das Wissen unserer Zeit über das menschliche Gesellschaftsleben aneignen, indem er selbst in den Kampf der Klassen eintritt. Manche mögen das als entwürdigend empfinden, weil sie die Kunst, wenn die Geldseite erledigt ist, zu den höchsten Dingen zählen; aber die höchsten Entscheidungen der Menschheit werden in Wirklichkeit auf der Erde ausgefochten, nicht im Himmel; in der "äußeren" Welt, nicht in den Köpfen der Menschen. Niemand kann über den kämpfenden Klassen stehen, denn niemand kann über der menschlichen Rasse stehen. Die Gesellschaft kann kein gemeinsames Kommunikationssystem teilen, solange sie in sich bekämpfende Klassen gespalten ist. Für die Kunst bedeutet "unpolitisch" zu sein also nur, sich mit der "herrschenden" Gruppe zu verbünden."

Berthold Brecht - A Short Organum for the Theatre

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

 

#allesdichtmachen